PŸUR – neuer Name für Telecolumbus und Primacom – Als Internet-Kunde oder auch über die Werbung sind die meisten Verbraucher mittlerweile bestimmt mit dem Namen PŸUR in Kontakt gekommen. Die neue Marke ist seit Ende 2017 sehr aktiv. Daher steckt aber kein neues Unternehmen und auch kein neuer Anbieter, der den Markt aufrollen will. Stattdessen ist PŸUR der neue Name von Telecolumbus und einer ganzen Reihe weiterer Marken der Unternehmensgruppe.Telecolumbus und primacon sind dabei bereits umbenannt, weitere Marken wie cablesurf sollen Anfang 2019 noch folgen. Ziel soll es sein, den Markt und das Angebot zu vereinheitlichen. In der Pressemitteilung von damals noch Telecolumbus heißt es:

Die Tele Columbus Gruppe wird sich ab Oktober mit neuem Namen, neugestaltetem Markendesign und einem einzigartigen Produktkonzept präsentieren. Der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber bietet die TV-Kabel- und Glasfaseranschlüsse künftig unter dem Namen PŸUR an. Regional führende Marken wie primacom, HL komm oder cablesurf werden in den kommenden Monaten in PŸUR integriert.

Schnelleinstieg:

Das größte Problem für viele Kunden dabei: wie spricht man den neuen Namen eigentlich aus? Ein Y mit Überstrichen gibt es im deutschen Alphabet gar nicht, entsprechend stehen viele Nutzer vor dem Problem, niemanden wirklich mitteilen zu können, wie ihr neuer Anbieter heißt.

Tatsäclich ändert sich für die Kunden des Unternehmens nicht viel. Bis auf den neuen Namen bleiben alle Verträge bestehen und alle Verbraucher mit einem entsprechenden Vertrag werden auch zukünftig mit Internet, Festnetz und auch Fernsehen versorgt. Im Detail schreibt das Unternehmen dazu:

Die gesellschaftsrechtlichen Firmierungen und Rechtsverhältnisse bleiben dabei bestehen, auch der Name der börsennotierten Tele Columbus AG als Holding ist von der Markeneinführung unberührt.

Beispielsweise auch kein Sonderkündigungsrecht wie es in anderen Fällen bei Unternehmensfusionen durchaus den Kunden zustehen kann.  Auch die Konditionen der abgeschlossenen Verträge bleiben gleich. Man muss sich als Kunde nur an den neuen Namen gewöhnen, sonst nichts. Allerdings bleibt damit auch die Netzqualität gleich und eventuelle Störungen treten auch unter dem neuen Namen weiterhin auf. Daher suchen viele Kunden auch nach einer Pyur Alternative.

Welche Hintergründe gibt es für den neuen Namen?

Insgesamt hat sich der Markt im Bereich der Festnetzanschlüssen und des Fernsehens per Internet in den letzten Jahren deutlich konsolidiert und es sind nur noch weniger Anbieter übrig geblieben. Vor allem kleinere Marken haben kaum noch eine Chance. Darüber hinaus ist gerade im Bereich TV eine neue Konkurrenz aufgetaucht: Streaming-Anbieter wie freenet TV oder andere Plattformen bieten neue Geschäftsmodelle und Zugang zu Inhalten und machen damit auf die etablierten Anbieter Druck. Es ist daher nur folgerichtig, das PŸUR an dieser Stelle ebenfalls die Marken konsolidiert und versucht, die Kanäle und Plattformen zu straffen und zu vereinheitlichen. So spart man Kosten für viele verschiedene Auftritte und kann die Gelder in anderen Bereichen verwenden.

Schnelleinstieg:

Einen anderen Grund für die Umbenennung findet man häufig in Foren. Hintergrund sind die häufigen Beschwerden und Kundenprobleme, die man immer wieder in Zusammenhang mit Telecolumbus und Primacon findet. Daher gegen viele Verbraucher davon aus, dass man mit dem neuen Markennamen auch einen Teil der negaitven Assoziationen mit den bisherigen Marke abstreifen wollte. So schreibt ein Benutzer beispielsweise bei ifun

Markenwechsel werden ja immer dann besonders gerne vollzogen, wenn die alte Marke beim Kunden moralisch negativ verbrannt ist oder schlichtweg beim Kunden nie existierte … und Tele Columbus bei den Kunden definitiv verbrannt … Dumm nur, dass man mit dem Markenwechsel keine internen Probleme löst und di Kunden längst begriffen haben, dass aus Raider zwar Twix wurde aber im Allgemeinen immer noch dasselbe drin ist … wenn was schlechtes in der Packung ist, ändert auch ein Ÿ auf der Packung nichts daran

Wie stark diese Überlegenungen in die Entscheidung mit eingeflossen sind, lässt sich aber mittlerweile natürlich kaum noch nachvollziehen. Sicher ist nur, dass es einen neuen Namen gibt.

Der Wechsel war allerdings auch nicht ganz glücklich. Kurz nach der Umbennung bei Telecolumbus und primacon wurden ein Angriff auf die Datenbestände des Internehmens bekannt. Dabei wurden unter anderem die Kontodaten der Kunden des Unternehmens abgegriffen. Die Verbraucherzentrale Sachsen schreibt dazu:

Wie ein Mitarbeiter des Anbieters heute bestätigte, wurde die neue Marke PYUR, unter der die Berliner Tele Columbus AG und Primacom firmieren am 26. Oktober 2017 von Hackern angegriffen. Die Kunden erhalten aktuell ein Schreiben von PYUR, indem über den Vorfall informiert wird. Darin werden die Betroffenen aufgefordert in der nächsten Zeit Ihre Kontobewegungen genau zu beobachten, da auch die IBAN der Betroffenen im Rahmen des Hackerangriffs gefährdet sei.

Damit wurde der Start der neuen Marke auch gleich wieder von Problemen überschattet.

Video: Nutzerkritik an PYUR