Gigabit Internet Anschlüsse – wer bietet bereits schnelles Internet mit 1GBit/s und mehr?

Gigabit Internet Anschlüsse – wer bietet bereits schnelles Internet mit 1GBit/s und mehr? – Der Breitbandausbau geht in Deutschland weiter und das merkt man vor allem daran, dass die verfügbaren Geschwindigkeiten im Bereich der Internet-Anschlüsse immer höher werden.

Der neusten Ausbaustand sind dabei Gigabit-Anschlüsse. Diese erreichen Geschwindigkeiten von 1GBit/s (daher der Name) und haben damit eine extrem hohe Übertragungsraten beim Download. 1Gbit/s entspricht dabei 1000Mbit/s und das ist 10 bis 20 mal schneller als die meisten normalen VDSL-Anschlüsse, die es aktuell auf dem Markt gibt. Gigabit Internet bietet also derzeit den höchsten Speed, den man bei normalen Breitband Anschlüssen bekommen kann. Derzeit findet man diese Angebote unter anderem bei Vodafone und 1&1:

Teilweise bietet auch die Telekom diesen Speed bereits im eigenen Netz an, das ist aber eher die Ausnahme. Allerdings ist die Verfügbarkeit von Gigabit Internet in Deutschland insgesamt noch eher begrenzt. Der Breitbandbereich des BMWI geht von etwa 34 Prozent Verfügbarkeit aus, nur jeder dritte Haushalt kann also bereits auf diese Technik zurück greifen. Umgekehrt bedeutet dies, dass zwei von drei Haushalten noch keine Möglichkeit haben, Gigabit Tarife zu nutzen, wobei die Zahl natürlich abnimmt, weil der Gigabit Ausbau weiter geht.

Quelle: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/DG/Digitales/bericht-zum-breitbandatlas-mitte-2019-ergebnisse.pdf?__blob=publicationFile

Vor allem die Unterschiede zwischen ländlichen Bereichen und den Großstädten sind deutlich. In der Regel findet man Gigabit Internet nur in den Ballungsgebieten. Dort wird auch vorrangig ausgebaut. Im ländlichen Raum dagegen gibt es kaum Internet Anschlüsse mit Gigabit Speed. Man kann aber davon ausgehen, dass auch außerhalb der Städte der Ausbau weiter geht.

Gigabit Anbieter – Wo bekommt man bereits Gigabit Anschlüsse?

Die geringe Verfügbar von Gigabit Angeboten liegt nicht nur am Ausbau, sondern man merkt es auch an der Zahl der Anbieter mit Gigabit Tarifen. Man findet solche Angebote bisher nur bei wenigen Anbietern und vor allem im Telekom Netz mit allen Resellern gibt es bisher kaum Auswahl (zumindest nicht in einem preisgünstigen Bereich). Das wird sich aber sicherlich mittelfristig ändern und die Zahl von Gigabit Produkte wird zunehmen.

Vodafone CableMax – Gigabit Anschlüsse von Vodafone

Vodafone hat mit den sogenannten CableMax Anschlüssen ein extra Produkt für den Gigabit Bereich auf den Markt gebracht. Diese Vodafone Internet Anschlüsse basieren aus den ehemaligen Netze von Unitymedia und Kabel-Deutschland und bieten in vielen Bereichen schon Geschwindigkeiten bis 1000Mbit/s – sind also echte Gigabit Anschlüsse. Dazu ist der Preis vergleichsweise günstig. Man zahlt als Neukunde nur 39.99 Euro für den Gigabit Tarif und damit nicht mehr als bei anderen Anbietern für DSL 50 oder 100. Wer bereits Vodafone Kunde ist (beispielsweise weil er einen Vodafone Mobilfunk-Vertrag hat) zahlt sogar noch weniger pro Monat. Vodafone CableMax ist also eine echte Alternative im Gigabit-Bereich, sofern dieser Speed vor Ort schon verfügbar ist.

Das Unternehmen schreibt im Kleingedruckten dazu:

Beachte bitte die Verfügbarkeit: Die Höchstgeschwindigkeiten von 400, 500 und 1000 Mbit/s sind in vielen Städten und Regionen unserer Kabel-Ausbaugebiete und jeweils mit modernisiertem Hausnetz verfügbar. Prüf bitte, ob Du die Produkte im gewünschten Objekt nutzen kannst.

Die Verfügbarkeit von Vodafone Gigabit kann man direkt hier prüfen*

Wichtig dabei: in der Regel benötigt man für einen Wechsel auf einen Gigabit Anschluss auch einen neuen Router, da die meisten alten Geräte diesen hohen Speed noch nicht unterstützten. Vodafone setzt derzeit auf die Fritzbox 6591, die Gigabit-Geschwindigkeiten leisten kann. Diese kostet nochmal extra, aber diese Kosten sollte man auf jeden Fall in Kauf nehmen, denn sonst hat man unter Umständen einen schnellen Anschluss und kann nur geringeren Speed nutzen, weil die Hardware dies nicht unterstützt.

Die Verfügbarkeit von Vodafone Gigabit kann man direkt hier prüfen*

Gigabit bei 1&1 – nur mit Glasfaser

Die 1&1 Internet Anschlüsse unterstützen in einigen Regionen mittlerweile auch bereits Gigabit Speed. Allerdings ist der Ausbau noch nicht soweit vorangeschritten wie bei Vodafone und es braucht einen Glasfaser-Anschluss, um diese Geschwindigkeiten zu erreichen.

Das Unternehmen schreibt dabei zur Verfügbarkeit:

1&1 GLASFASER 1.000 steht Ihnen in folgenden Orten zur Verfügung: Ingolstadt, Wiesent, Hamburg, Deggendorf, Tegernheim, Reinbek, Salching, Mintraching, Glinde, Straubing, Donaustauf, Norderstedt, Zeitlarn, Barbing, Barsbüttel, Pielenhofen, Wörth, Ahrensburg, Pettendorf, Obertraubling, Ammersbek, Wenzenbach, Pentling, Sinzing, Bad Abbach, Lappersdorf, Neutraubling, Regenstauf, Regensburg

Mit knapp 90 Euro im Monat ist der Gigabit Anschluss bei 1&1 bisher auch noch sehr teuer und liegt preislich in einem Bereich, der nur für die wenigsten Kunden wirklich interessant ist. Man kann aber davon ausgehen, dass mittelfristig 1&1 die Preise hier absenken wird um mit den anderen Gigabit Angeboten auf dem Markt mithalten zu können.

Die Verfügbarkeit von 1&1 Gigabit kann man direkt hier prüfen*

Andere Anbieter mit Gigabit Internet

Neben Vodafone und 1&1 gibt es noch bei verschiedenen lokalen Anbietern Gigabit Anschlüsse. In der Regel betreiben diese Unternehmen eigene Glasfaser-Netze und haben daher die Möglichkeit, den Speed zu erhöhen. Daher findet man dort auch diese Angebote – preislich liegen sie allerdings eher im Bereich von 1&1 und damit für die meisten Privatkunden vergleichsweise hoch. Dennoch kann es nicht schaden beim lokalen Versorger (so es denn ein entsprechendes Unternehmen gibt) zu prüfen, ob bereits Internet Angebote mit Gigabit Speed vorhanden sind.

Gigabit soll flächendeckend kommen

Der aktuelle Stand beim Ausbau mit Gigabit-Anschlüsse ist wenig erfreulich, denn nach wie vor gibt es sehr viele Haushalte, die auf diese Technik und die damit einhergehenden hohen Geschwindigkeiten keinen Zugriff haben. Die Politik hat allerdings erkannt, dass der Internet-Speed ein wichtiger Faktor für die Gesellschaft und die Wirtschaft geworden ist und daher investiert man viel Geld in diesem Bereich. Konkret sollen in Deutschland bis 2025 alle Haushalt mit Gigabit Internet versorgt sein.

Die Bundesregierung schreibt zu diesen Zielen:

Für den flächendeckenden Gigabitausbau, einschließlich der Schließung der weißen Flecken (Anschlüsse unter 30 Mbit/s) sowie zur prioritären Anbindung sozioökonomischer Treiber (Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete), werden ergänzend zum privatwirtschaftlichen Netzausbau in wirtschaftlich schwer erschließbaren Ausbaugebieten erhebliche Fördermittel von seiten des Bundes bereitgestellt.

Allerdings hat die Bundesregierung in den letzten Jahren solche Ausbauziele nie einhalten können, daher ist zu erwarten, dass auch die flächendeckende Versorgung mit Gigabit Tarifen und Anschlüssen noch auf sich warten lässt. Allerdings wird wohl die Versorgung natürlich dennoch ansteigen und in den kommenden Jahren werden immer mehr Anbieter auf Gigabit Internet Verbindungen zurückgreifen können.

Die neue Gigabit Strategie der Bundesregierung

Die neue Bundesregierung hat 2022 eine neue Gigabit-Strategie veröffentlicht, die Ausbauziele und Pläne für den Netzbereich sowohl bei den Kabelanbietern als auch im mobilen Internet per Mobilfunk definiert. Die komplette Gigabit Strategie kann hier nachgelesen werden. Wie immer bleibt aber die Umsetzung frei – sollten also die Ausbauziele nicht geschafft werden, gibt es auch keine Konsequenzen.

Die Gigabit Strategie sieht dabei zusammengefasst wie folgt aus:

as Ziel der Bundesregierung ist, bis Ende 2025 die Glasfaseranschlüsse zu verdreifachen und schließlich bis zum Jahr 2030 sollen Glasfaser und die neuesten Mobilfunkstandards bis in jedes Haus gehen. Mindestens die Hälfte der Haushalte und Unternehmen sollen mit Glasfaserleitung bis in das Gebäude / Haus versorgt sein.

Mit den Eckpunkten zur Gigabitstrategie will die Bundesregierung passende Rahmenbedingungen zum Glasfaser- und Mobilfunkausbau festschreiben. Um die Umsetzung zu überprüfen, trifft sich ein neu gegründeter Bund-Länder-Staatssekretärs-Ausschuss viermal im Jahr. Damit Staat und Markt bei der Beschleunigung des Ausbaus besser zusammenarbeiten, wird ein institutionalisierter Branchendialog etabliert. Die ausformulierte Gigabitstrategie soll noch vor der Sommerpause 2022 als ein Kabinettsbeschluss vorliegen.

Konkrete Bandbreiten werden dabei mittlerweile nicht mehr genannt, aber die Anschlussarten und deren Anzahl definiert. Auch 5G wird als neuster Mobilfunk-Standard genannt, wobei es bis 2030 auch bereits die ersten Ansätze von 6G geben können. Generell behandelt die neuen Gigabit Strategie der Bundesregierung aber Mobilfunk und Kabel-Internet gleichwertig – es macht zukünftig also keinen Unterschied mehr, ob man per Gigabit-KabelRouter oder per Homespot surft. Für beiden Technik-Standard soll es zukünftig eine massiven Ausbau geben.

Die Schritte, um die neuen Ziele zu erreichen sind auch bereits vergleichsweise konkret dargelegt. Unter anderen soll es ein Gigabit-Grundbuch geben. Dort soll es Informationen rund um die Ausbaubedingungen vor Ort geben. Daneben gibt es weitere Einzelmaßnahmen. Für den mobilen Bereich heißt es beispielsweise:

  • In für Mobilfunknetzbetreiber unwirtschaftlichen Gebieten, in denen weder Versorgungsauflagen noch vertragliche Ausbauverpflichtungen greifen, bietet das Mobilfunkförderprogramm Unterstützung.
  • Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft bleibt bestehen. Sie fokussiert sich auf ihr Kerngeschäft, die Administration des Förderprogramms sowie die Suche und Erschließung von Standorten. Sie soll in der Fläche, wo die Masten gebaut werden, präsent sein und unterstützt Unternehmen und Kommunen mit konkreten Ansprechpartnern als „Kümmerer“ direkt vor Ort. Sie schließt Musterverträge mit Akteuren, die an vielen Orten Grundstücke für geförderte Standorte bereitstellen können, wie es soeben mit der Bayerischen Staatsforsten gelang. Damit werden Standortbetreiber und Mobilfunknetzbetreiber
    entlastet, Länder und Kommunen eng eingebunden und Synergie-und Standardisierungspotenziale ausgeschöpft.
  • Seit Februar 2022 können sich die Standortbetreiber für die Mobilfunkförderung bewerben. Wir erwarten, dass die Mobilfunknetzbetreiber jeden förderfähigen Standort, den die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft
    durch die Förderung bereitstellen kann, für die Versorgung der Kunden vor Ort nutzen.
  • Die Erhebung von Daten und Darstellung im Gigabit-Grundbuch wird hingegen auf die Bundesnetzagentur übertragen. Schnittstellen werden vermieden und Unternehmen von Doppelzulieferungen befreit.
  • Durch die zukunftsfähige Dimensionierung und Anbindung geförderter Infrastrukturen mit Glasfaser wird nicht nur im ersten Schritt eine Versorgung mit 4G sichergestellt, sondern auch die Basis für die
    bedarfsgerechte Umstellung auf den 5G Mobilfunk gelegt und somit ein nachhaltiger und ressourcenschonender Ansatz verfolgt. Zugleich nutzen wir dabei Synergien mit dem Festnetzausbau.

Bisher liegt die Strategie aber nur als Entwurf vor, ein Beschluss im Kabinett fehlt bisher noch.

Click to rate this post!
[Total: 0 Average: 0]

Schreibe einen Kommentar