Die Bundesnetzagentur ermittelt über die Seite breitbandmessung.de die aktuellen Geschwindigkeiten im Internet in Deutschland und stellt die Ergebnisse diese Messung zusammengefasst in jedem Jahr in einem Breitbandbericht zusammen. Der neue Bericht für 2018 wurde veröffentlicht und es hat sich gezeigt, dass es im Vergleich zum Vorjahr kaum Verbesserungen gab. Nach wie vor bekommen nur etwa 70 Prozent der Nutzer (2018: 71,3 Prozent, 2017: 71,6 Prozent) wenigstens die Häfte der versprochenen Geschwindigkeiten. Fast jeder dritte Anschluss liefert damit weniger als die Hälfte der versprochenen Geschwindigkeit und damit surfen viele deutschen Verbraucher an sich wesentlich zu langsam.

Die Daten der Messung als Grafik

„Auch im dritten Jahr unserer Breitbandmessung zeigen sich wenig Veränderungen: Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden erneut oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie, dass es nach wie vor Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern gibt“, betont Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Messungen zeigten auch, dass der Speed oft im Tagesverlauf unterschiedlich verteilt war: in den Zeiten mit geringer Aussnutzung gab es mehr Bandbreite und gegen Abend, wenn immer mehr Nutzer aktiv im Internet unterwegs sind, sanken die Datenraten. Das mag auch mit modernen Streamingdiensten zusammenhängen, denn Angebote wie Netflix und Co, die teilweise das Antennenfernsehen ersetzt haben, übertragen sehr viel Volumen und beanspruchen damit mehr Bandbreite als normales Surfen.

Die Kunden scheinen aber mittlerweile auf diese Stagnation beim Speed zu reagieren, denn die Zufriedenheit der Nutzer (auch das wurde von der Bundesnetzagentur abgefragt) mit den Anbietern ist mittlerweile leicht rückläufig. Allerdings gibt es oft keine passenden Anschluss-Alternativen, da es oft nur ein Telekom Kabel gibt und dort alle Anbieter an sich den gleichen Speed bieten können. Abhilfe könnten die neuen Homespots schaffen, die statt Kabel das mobile Internet nutzen, aber diese haben oft noch eine Volumenbegrenzung in den Tarifen eingebaut.